"Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten", besprochen von Helke Stadelmeier
Es ist ein Generationenroman, eine Familiengeschichte über vier Generationen. Anna Maschik beschreibt den kargen Alltag auf dem Hof, beginnend in der Kaiserzeit und über die Kriege bis in die Gegenwart. Man mäandert durch das Leben der vor allem weiblichen Personen, ist mal bei Henrike, bei Hilde, bei ihrer Tochter Miriam und hört dann Alma zu, wie sie als Kind gewesen ist. Es werden feine Lebenslinien zwischen den Personen gespannt. Und über allem steht die Frage, woher komme ich, warum bin ich da? Ganz fein verwebt Maschik die Geschichte auf nur 240 Seiten über Generationen hinweg. Mal auch magisch und märchenhaft, aber das Märchenhafte stört nicht und macht den Roman nur umso eindringlicher. Es ist der Versuch Almas durch Erinnerungen und Szenen, das Leben zu rekonstruieren. Es wird in einer lakonischen Sprache erzählt und die Leerstellen, die auftauchen, werden durch die eigenen Bilder, die uns im Kopf entstehen, gefüllt. Fragmentarisch, anekdotenhaft mit Listen und manchmal auch nur ein paar Worte auf einer Seite. Selten habe ich so ein besonderes und wuchtiges Buch gelesen! Ein Buch, wo man eigentlich jede Seite anstreichen kann, es ist so besonders und definitiv mein Lesehighlight in diesem Jahr! LESEN!



