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03.10.2020
Deutsch
286 S.
2.5 x 21.3 x 13.2 cm
Suhrkamp Verlag GmbH
info@suhrkamp.de
Torstr. 44
DE 10119 Berlin
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Unser Tipp für Sie
Deniz Ohde erzählt in ruhigen und eindringlichen Ton die Geschichte einer jungen Halbtürkin, die in einem Industrieort bei Frankfurt zwischen Fertigungshallen, dem Geruchvon Säure, Industrieschnee, Armut und Hoffnungslosigkeit aufgewachsen ist. Die namenlose Ich-Erzählerin kommt an diesen Ort zurück und erinnert sich an ihre Kindheit - an ihren Vater, der zuviel trinkt und sie in ständiger Alarmbereitschaft ist, um den Gemütszustand des Vaters zu deuten. Sie spürt schon beim Haustüre aufschließen, wie unsichtbar sie sich zu Hause machen muss. Und dieses Unsichtbarmachen geht auch im Schulalltag weiter. Auch in der Schule wird sie nicht wahrgenommen und wenn dann stigmatisiert als Türkin, wird übergangen, sie macht sich immer unsichtbarer und wird dann auch einfach schlicht vergessen. Im Gegensatz zu ihr stehen ihre besten Freunde Pikka und Sophie aus gutbürgerlichem Elternhaus, denen ohne viel eigenes zutun die Welt offener steht.
Deniz Ohde hat eine ganz feines Gespür für Stimmungen und erzeugt in einer ruhigen Sprache Bilder, in denen Kleines beschrieben und Großes gesagt wird! Es ist ein aufwühlender Roman über eine Kindheit zwischen Diskriminierung von außen und einem gefühlskalten und stummen Elternhaus. Dieser Roman hat mich tief berührt und nicht losgelassen - unbedingte Leseempfehlung!



