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ISBN/EAN: 978-3-462-04790-5
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
528 S.
Format (T/L/B):
4.2 x 21 x 13.7 cm

Hersteller:
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
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Unser Tipp für Sie

Totschlagen und Totschweigen, das sticht in Auge und Ohr, wenn der Heimkehrer, nach vielen Jahren in der Ferne, dieses fiktive Städtchen im östlichsten Zipfel des Burgenlandes besucht. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges sollte hier die Rote Armee der Süd-Ostwall aufhalten, von Zwangsarbeitern unter mörderischen Bedingungen errichtet. Und als er nicht hielt, was er nie zu leisten imstande war, hielten die Dunkelblumer Standgericht über dessen Erbauer - im Dunkel der Nacht.

Nun, im August 1989, ist die Grenze wieder löchrig, glücklicherweise, und DDR-Bürger fliehen über Ungarn nach Österreich und weiter in den deutschen Westen. Unter diesem Brennglas werden die Gräuel, wie 1945 in Rechnitz und vielen anderen Städtchen begangen, wieder wach in Erinnerung und Handeln der Dunkelblumer - und drängen durch die bisher verbissen verschlossenen Lippen ans Licht.

Beschreibung

Ein Dorf, gelähmt von einem furchtbaren Verbrechen. Eine Vergangenheit, die nicht ruhen will. Hinter der Fassade der österreichischen Kleinstadt Dunkelblum verbirgt sich ein schreckliches Geheimnis. Die älteren Bewohner sind seit Jahrzehnten durch ihr Schweigen über eine grausame Tat verbunden. Doch im Spätsommer 1989, während an der nahen Grenze zu Ungarn bereits Hunderte DDR-Flüchtlinge warten, trifft ein rätselhafter Besucher in der Stadt ein und bringt die Dinge ins Rollen. Als auf einer Wiese am Stadtrand ein Skelett ausgegraben wird und eine junge Frau verschwindet, tauchen plötzlich Spuren des alten Verbrechens auf. Die Dunkelblumer sehen sich mit einer Vergangenheit konfrontiert, die sie längst für erledigt hielten. Eva Menasse entwirft in Dunkelblum ein eindringliches Geschichtspanorama am Beispiel einer Kleinstadt, die immer wieder zum Schauplatz der Weltpolitik wird. Mit feinem Gespür erzählt sie vom Umgang der Bewohner mit einer historischen Schuld und den Wunden, die in der Landschaft und den Seelen der Menschen zurückbleiben. Ein schaurigkomisches Epos über ein dunkles Kapitel der österreichischen Geschichte und die Macht des Schweigens.

Über Eva Menasse

Eva Menasse, geboren in Wien, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Ihrem Debüt 'Vienna' (2005) folgten Romane und Erzählungen ('Lässliche Todsünden', 'Quasikristalle', 'Tiere für Fortgeschrittene'), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Österreichischer Buchpreis, Bruno-Kreisky-Preis, Jakob-Wassermann-Preis, Ludwig-Börne-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Ihr letzter Roman 'Dunkelblum' war ein Bestseller und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Essay 'Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne' (2023). 2025 wurde sie mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.